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Trojanisches Pferd Gender Reassignment

von Verena Bruchhagen und Iris Koall

„Diversität meint Vielfalt und bezeichnet aktuelle Bestrebungen sich von Identitätspolitik- und Denken zu entfernen … (es) wird nicht mehr in Kategorien von Identitäten gedacht, sondern auf einer stufenlosen Skala können stereotypisierende Effekte (wie die Homogenisierung von Gruppen, die Konstruktion von Identitäten) verhindert werden. Geschlecht ist dabei ein Faktor menschlicher Diversität unter anderen (z.B. Religion, Alter, Bildung), der gesellschaftliche Prozesse und Strukturen beeinflusst. Die unser Denken strukturierenden Binarismen wie männlich/weiblich oder natürlich/kulturell werden als diskursiv erzeugt entlarvt. Methodisch heißt das, die Vielfalt in die Fragestellung zu integrieren, und dadurch differenzierte Ergebnisse gewinnen zu können. Fragen nach der Rolle der Geschlechterordnungen in diesem Kontext sind  nicht nur für die Genderstudies, sondern auch für die Gleichstellungspolitik wichtig.“ (Frey Steffen 2006: 127).

Wir gehen im Folgenden von der These aus, dass die Nutzung sozialer Differenzierungen und Kategorisierungen strategisch entschieden wird. In diesem Sinne verweisen die zur Nutzung von Differenzen bemühten (oder strapazierten) gesellschaftstheoretischen (oder auch gesellschaftspolitischen) Rahmungen auf unterschiedliche Kombinationen von Differenzkonstrukten. Die Dimensionen sozialer Differenz, wie sie im Managing Diversity zur Diskussion stehen (Geschlecht, soziale und religiöse Herkunft, Ethnie, sexuelle Orientierung, Alter u.a.), lassen sich in ihrer jeweiligen „Kombination“ und Interdependenz beobachten. Konstruktivistische  Perspektiven von Gender & Diversity fokussieren somit

a) die Herstellung von binären Geschlechterkonstrukten und
b) die Kombination von Differenzkategorien
c) sowie deren Hierarchisierung.

Entwicklungen im Bereich der Diversity-Diskurse haben in den letzten Jahren insbesondere Anregungen aus der Auseinandersetzung mit intersektionalitätstheoretischen Ansätzen gewonnen. Die Frage nach möglichen methodisch-methodologischen Annäherungen an Diversitätsphänomene stand dabei im Vordergrund, wobei es nicht nur – wie Frey Steffen (s.o.) formuliert – darum geht, die Vielfalt in die Fragestellung zu integrieren, sondern des Weiteren die Voraussetzungen für die Ermittlung diverser Diskriminierungsdimensionen auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebenen zu erfassen. Der Umgang mit Komplexität und Kontingenz wird in dieser Annäherung einmal mehr zum Thema einer Diversity-Arbeit, die sich nicht mit der Deskription von Phänomenen der Vielfalt begnügen will, sondern auf reflexive Wahl- und Anschlussmöglichkeiten im Umgang mit Diversität setzt.

Gender, Intersektionalität und Managing Diversity

Die Kategorisierung und Relationierung sozialer Differenzen und Unterscheidungen kann höchst unterschiedlich vollzogen werden. McCall (2005) unterscheidet drei Ansätze: einen anti-kategorialen, einen intra-kategorialen und einen inter-kategorialen zur Verwendung sozialer Kategorisierungen. In dieser Systematisierung kommen je unterschiedliche erkenntnistheoretische Wurzeln, gesellschaftstheoretische Fundierungen und politisch-strategische Absichten zum Tragen, wie folgender Überblick verdeutlichen soll:

Abb. 1: Zur Klassifikation intersektionaler Ansätze nach McCall (2005), eigene Darstellung (I.K.)

Unsere Positionierung innerhalb dieser Unterscheidung ist eher fluide als eindeutig. Im Rahmen unseres Ansatzes von DiVersion: Managing Gender & Diversity (1) wird intrakategoriales Arbeiten genutzt, um Bedingungen der Herstellung und Veränderung sozialer Homogenität und Heterogenität zu verdeutlichen. Wir beziehen uns außerdem auf die antikategoriale Relativierung starrer Identifikationsmuster sozialer Zugehörigkeit, indem die (dekonstruierende, erkenntnistheoretisch geleitete) Einsicht in die Schwierigkeit vermeintlich eindeutiger Zuordnungen zu sozialen Klassifikationen leitend ist.
Relevant ist die Bezugnahme auf komplexe, heterogene Systemzustände und Umwelten als Mehrebenenanalyse wie auch Degele/Winker (2007) dies vorschlagen, sowie die Analyse und Kritik normativer Grundannahmen sozialer Hierarchisierungsprozesse. Eine Arbeitshypothese ist, dass soziale Unterscheidungen funktional für die Selbstorganisation sozialer Systemen sind und erst durch eine Ermittlung funktionaler Alternativen „verflüssigt“ werden können.

Für die Nutzung intersektioneller Theorieansätze scheinen uns die folgenden Anregungen wichtig:

  • Wir halten es für sinnvoll, von einer eher dynamischen statt strukturell determinierten, pfadabhängigen (Ortmann 2009) Entwicklungsperspektive in sozialen Systemen auszugehen. Dabei wird ein Gesellschaftsbild zu Grunde gelegt, dass die Chancen zur Kommunikation und Partizipation an dem Erwerb und der Nutzung kommunikativer Medien (Intelligenz, Einfluss etc.) knüpft. Daran schließt die Idee an, dass sich gesellschaftliche Inklusionschancen an den Kriterien von Karriere, Mobilität, Statuskonsistenz vs. Prekarisierung orientieren. Demgegenüber stehen Gesellschaftsbilder, die von einer habituellen Konstruktion von Privilegierung (Bourdieu 1987) ausgehen, die in elitär vermittelte Karriereoptionen münden (Hartmann 2002). Diese kategoriale Zusammenbindung von Elite und Privileg (oder umgekehrt von Devianz und Diskriminierung) verengt u.E. den Blick auf den Erwerb von Partizipationschancen. Gehen wir des Weiteren davon aus, dass eine Parallelität/Gleichzeitigkeit von funktional differenzierten Gesellschaften und Netzwerkgesellschaften möglich ist, weitet sich die Perspektive zur Nutzung von Diversity (Baecker 2007).
  • Die Kriterien von Diskriminierung sind nicht automatisch gleich wirksam und ergeben nicht additiv ein Mehr an Diskriminierungsgefährdung. Der Zugang zu handlungserweiternden Ressourcen ist zwar abhängig von der Hierarchisierung sozialer Ungleichheit (hellhäutig, dunkelhäutig), diese ist aber durchaus differenziert aufzuschlüsseln. Stehr/Henninger/Weiler (2007: 248) konstatieren, dass „das Bündel wissensfundierter sozialer Kompetenzen einen Zugang zu Handlungsressourcen ermöglicht, die es erlauben, zahlreiche Situationen im Leben zu meistern, […] dass man in der Lage ist, soziale Situationen zu beherrschen, und nicht Opfer oder Spielball zufälliger Umstände wird.“ Hier wird die Entwicklung von Sozialkompetenz zum zentralen Faktor in der Erschließung von Bildung, Lernen und Lebenschancen – und damit zur wesentlichen Aufgabe in einem sozialwissenschaftlich orientierten Managing Diversity.
  • Daraus resultiert die Idee, eine Potenzialentwicklungsorientierung im Diversity Management mit Diversity-Lernprozessen zu verbinden (Bruchhagen 2002, 2007). Als zukünftige Herausforderung gilt, dass Personen und Organisationen Komplexität anders/alternativ als auf der Grundlage binärer Ordnungs- und Entscheidungsmuster zu bewirtschaften/zu managen lernen müssen.

Definitionen von Diversity

Eine weiter gefasste Definition (Gardenswartz/Rowe/Dighj/Bennett 2003) von Diversity systematisiert Diversity auf folgenden Ebenen:

  • individuelle Identifikationen (biologisches Geschlecht, Alter)
  • soziale Formationen (sozialer Status, Familienstrukturen, Elternschaft, Ausbildung, Religion etc.)
  • organisationale Faktoren (Hierarchie, Region, Erfahrung etc.) 
  • nationale kulturelle Orientierungen (soziale Hierarchien, Wertvorstellungen, Inklusivität/Exklusivität, politische Strukturen, Individualismus/Kollektivismus, Einkommensverteilung)
  • zivilisatorische Orientierungen (asiatisch, afrikanisch, slawisch, nordamerikanisch, skandinavisch, südeuropäisch)

Diese Bestimmung von Diversity-Kriterien wird durchaus als veränderlich (und auch interessengeleitet) wahrgenommen. Soziale Distinktionen wie Hautfarbe, Ethnie, soziales Geschlecht oder sexuelle Orientierung u.a. können zu einer postmodernen Variablen individueller Wahlweise werden, statt als Identifikationen wahrgenommen zu werden. So werden z.B. Sexualität und Geschlecht als kulturelle Konstruktionen in verschiedenen Diskursstadien beschrieben (Bührmann/Mehlmann 2008) und unterliegen durchaus (wissenschafts)politischen Entwicklungen und Interessen. (Zannoni/Janssens 2004).

Die US-amerikanische Diskussion (Thomas 2001) betont die Problematik einer Gleichsetzung von demografischem Merkmal und empirischer Verhaltensbeschreibung. In eher pragmatischen, unreflektierten Diversityprozessen und -phasen ist eine askriptive Ableitung von Verhaltenserwartungen aus demografischen Merkmalen beobachtbar.

Vorgelagerte, begriffliche Konstruktionen, z.B. „Frau“ oder „Migrant“ werden mit Verhaltenserwartungen angereichert und als „demografische Merkmale“ in Kommunikationssituationen verankert. Diese Benennung/Verwendung von demografischen Kriterien, z.B. „Frau/Mann“ (Signifikant) und Verknüpfung mit ihren Objekten (Signifikat) verweist auf die sprachlich-begriffliche Gebundenheit subjektiver wie kultureller Wahrnehmung im Diversitydiskurs (Koall 2001). Die Bezeichnung von Personen und Objekten ist kulturell durch den Rückgriff auf schon vorhandene Sprachspiele und deren kommunikative Reproduktion gekennzeichnet. Daraus ergibt sich u.E. eine weitere, relationale Definition von Diversity, die darauf zielt, Bedingungen und sprachliche Erzeugung sozialer Differenzierung und damit Prozesse der Homogenisierung und Heterogenisierung auch in ihrer Tiefenstruktur zu hinterfragen (Bruchhagen/Koall 2007).

In dieser Denkweise steht die Betonung der (Geschlechter)Differenz zur Bestimmung einer essentiellen (Geschlechter)Identität zur Disposition (Butler 1991). Wird die soziale Kategorie Gender nicht exklusiv, sondern relativ in Bezug zu anderen Kategorien sozialer Differenzierung (soziale, ethnische Herkunft, religiöse Orientierung, Alter etc.) gesehen, erscheinen Männer und Frauen stärker in diversen Konstellationen von Gleichheit und Ungleichheit, und es können – neben der Kategorie Geschlecht – andere Kategorien in ihrer relationalen Bedeutung stärker hinzugenommen werden. Die Bezugs- und Referenzsysteme solcher relationalen Konstruktionen von Differenz(en) können damit insbesondere in Blick auf ihre Funktion und Bedeutung im Rahmen von (personalen und organisationalen) Veränderungsprozessen kritisch untersucht und beobachtet werden.

Gender im Diversity-Management-Diskurs (2)

Der Zusammenhang von Gender und Diversitymanagement wird in der nationalen und internationalen Literaturlage durchaus hergestellt. Eine eher soziologisch orientierte Diversity-Forschung bezieht sich auf die Beseitigung diskriminierender Strukturen und Prozesse des Abbaus von Dominanzkultur in Organisationen. Angestrebt ist die Kompatibilität von ökonomischen Interessen und gleichstellungspolitischen Interessen.

Untersuchungen zu diversityrelevanten Themen (z.B. zu Effekten von Diversity in Teams (Köppel 2007), Auswirkungen von Diversity auf Personalwirtschaft und Personalpraxis (Becker/Seidel 2006), Wirkungen der Diversity auf Organisationen und organisationale Netzwerke (Knoth 2006) zeigen, dass Geschlecht – zumindest in dem deutschsprachigen Untersuchungssample – als die zur Zeit diversityrelevanteste Dimension diskutiert wird (Krell/Pantelmann/Wächter 2006).

Die Idee der Anti-Diskriminierung qua Ökonomisierung hat – auch im Rahmen der Frauen- und Geschlechterforschung – zu Polarisierungen und kritischen Einschätzungen dieses Konzeptes geführt. So wurde gefragt, ob Managing Diversity zum „Ausverkauf der Geschlechterpolitik und des Gender Mainstreaming“ führe (Stiegler 2005), oder anders: ob es im Wesentlichen der Professionalisierung und Positionierung von Berater_innen, Gender- und Diversity-Trainer_innen, Evaluator_innen diene, ohne jedoch markant eine Strukturveränderung der Gesellschaft zu bewirken. Diversity Management (DM) wirke dann lediglich als rhetorische Strategie (Wetterer 2002).

DM lasse als „surface rhetoric“ die organisationalen und gesellschaftlichen Machtstrukturen unverändert und vernachlässige darüber hinaus die Gefährdung durch Globalisierung bzw. euphemisiere Internationalisierungsprozesse (Calás/Smircich 1993). Diese feministisch fokussierte Diversitykritik bezieht sich auf die Analyse der Bedingungen von Diskriminierung und Dominanz. Dabei positioniert sich allerdings ein hegemonialkritischer Diskurs (Critical Management Studies = CMS) in oppositioneller Distanz zu Managementtheorien (Calás/Smircich 2002, 2003). Dieser Diskus kritisiert vor allem instrumentelle Gestaltungsperspektiven und bleibt damit eher auf der Ebene der großen Erzählungen von Gerechtigkeit und Dominanz (Jones/Stablein 2005).

DM als postmoderne Ideologie – wird kritisch formuliert – entspreche den normativen Erwartungen (Aretz 2006) des Modells des individualisierten Arbeitskraftunternehmers (Voß/Pongartz 1998). Diese Kritik reduziert das Konzept des Diversity-Management auf die primär ökonomische Verwertung von Unterschiedlichkeit/Diversity im sog. Business Case. Eine weiter gefasst Perspektive sieht das Konzept eher als trojanisches Pferd (Billing/Sundin 2006) zur strategischen Einführung von Geschlechterpolitiken in traditionell-kapitalistischer Ökonomie. Dieser Ansatz weist darauf hin, dass die Initiierung wirksamer Veränderungen gebunden ist an offene wie verdeckte (subversive, parasitäre, latente etc.) Logiken und iterative Anschluss- und Veränderungsfähigkeiten von Systemen zur kreativen Herausbildung neuer gleichstellungspolitischer Paradigmen (Bailyn/Fletcher 2002).

Dementsprechend positionieren sich poststrukturalistische Perspektiven der „workplace diversity“ in der Analyse und Veränderung von Macht und Widerstand. Dabei beziehen sich feministische Ansätze auf organisationale Veränderungsprozesse (Ely/Meyerson 2000, Rapoport/Baylin/Fletcher/Pruitt 2002) sowie auf die Möglichkeit, im Zusammenhang der Praxis von Changeprozessen auch den Diskurs über Geschlecht (Nentwich 2006) in einem sowohl strategischen wie organisationstheoretischen Gender- und Diversitäts-Management zu verändern (Bendl/Hannapi-Egger/Hofmann 2004). Die Anforderung, Forschungs- und Anwendungsperspektiven für die Entwicklung neuer Professionsfelder zu unterscheiden und zu beobachten (Wetterer 2007), erhält so eine funktionale Bedeutung zur Begründung wissenschafts- wie professionspolitischer Interessen (Meuser 2005). 

Initiator_innen der Veränderungsarbeit von Managing Diversity werden auch als Change Agents beschrieben, die mit der Befähigung als sog. „Tempered Radicals“ (Meyerson/Scully 1995) als systemkompetente Innenakteur_innen in organisationalen Diversity-Prozessen wirken können. Ziel ist hier die beharrliche, stufenweise Veränderung tiefenstruktureller Diskriminierung (Meyerson/Fletcher 2000). Die Diversity-Initiativen agieren – so die Annahme – innerhalb des ‚iron cage’ der dominanzkulturellen Abwehr von Veränderungen in Organisationen, in dem eher der „talk“ als der „walk“ (Letvin 2002)  finanziert wird. Diskutiert werden auch die inhärenten Widersprüche im Diversity Management, die sich aus neoliberalen Orientierungen (Bendl 2007) und dem Anspruch auf Dekonstruktion binärer Geschlechtskategorierungen ergeben (Bendl 2005).

Die Langfristigkeit von (Diversity)Changeprozessen von ca. 7-9 Jahren (Cox 2001) bezieht sich auf das Erfordernis des tiefenstrukturellen Wandels (Koall 2002). Gender-Change-Diskurse im Kontext von Beratungs- und Evaluationspraxis arbeiten, dann – so ist zu vermuten – als ebensolche „trojanische Pferde“, indem dekonstruierende Praxen in organisationale und personalwirtschaftliche Diskurse eingeführt werden (Jones/Stablein 2006:145). Protagonist_innen der Praxis disqualifizieren feministische Critical Management Studies (Calás/Smircich) als „armchair feminism“, die sich in ihrer Grundstruktur auf kapitalismuskritische Perspektiven der Persistenz und Gleichursprünglichkeit von kapitalistischer Entfremdung und Frauenunterdrückung beziehen, ohne die Gestaltungsmöglichkeiten der Praxis genügend zu eruieren.

Die Entwicklung einer gleichermaßen kritischen wie konstruktiven Diversity-Perspektive nutzt hier die Ambivalenz der Öffnung von Forschung gegenüber Anwendungs-Orientierungen und Verwertungsinteressen (Konrad/Pushkala/Pringle 2006, Özbilgin/Tatli 2008), beispielsweise in einer arbeitnehmer_innenorientierten Forschungsperspektive der industrial relations (Kirton/Greene 2005).

Auch die Ambivalenz der Öffnung von Theorie(entwickung) gegenüber der Anwendung(sorientierung) scheint nicht durchgehend auf Begeisterung zu stoßen, eher wird in Konstrukten systemischer Begegnung (Theorie und Praxis, Wissenschaft und Beratung, Profit und Nonprofit, instrumentelle Verwertungsinteressen versus reflexiver Kritikkompetenz etc.) ebenfalls wieder auf binär-hierarchische Differenz und Abgrenzung rekurriert. Die in der Herstellung von Öffnung und Durchlässigkeit entstehende Unordnung wird im Regelfall eher über die Bestimmung von (re)hierarchisierten Differenzen reduziert statt sie als kreative intersystemische Irritation zuzulassen.
Ob die Kategorie Geschlecht als vordergründige Differenzkategorie, das meint hier als (vermeintlich) beruhigende, Ordnung herstellende Kategorie noch funktional ist oder ob sie nicht längst von aktualisierten Formen einer intersektionellen Koppelung diverser sozialer Merkmale eingeholt worden ist, bleibt zu beobachten.

 

Endnoten

(1) An der Technischen Universität Dortmund wird seit 2001 ein Weiterbildendes Studium DiVersion: Managing Gender Diversity angeboten.

(2) Teile des folgenden Abschnitts sind erschienen in: Bruchhagen, Verena/Koall, Iris: (2008): Managing Gender & Diversity – ein (kritisches) Konzept zur produktiven Nutzung sozialer Differenzen, in: Becker, Ruth/Kortendiek, Beate (Hrsg.): Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung, Wiesbaden: VS, S 931-938.

 

Anhang 1: Die 4 Dimensionen von Diversity   (Schaubild, 20KB)

Literaturhinweise (4 Seiten, 26KB)

Dr. Iris Koall ist Soziologin und Supervisorin. Verena Bruchhagen ist Dipl. Pädagogin, Supervisorin und Leiterin des Arbeitsbereichs Managing Gender & Diversity an der TU Dortmund. Gemeinsam gestalten sie an der TU den Weiterbildungslehrgang DiVersion.

   

Der Griff nach unseren Kindern

Jeder Mensch, ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener, braucht Geborgenheit, Annahme und Zugehörigkeit – von jeher Pfeiler eines gesunden Gemeinwesens. In einer Familie aufzuwachsen, wo Vater und Mutter eine liebevolle, treue und erfüllte Beziehung leben, bietet dafür nachweislich die besten Voraussetzungen. Das Glück eines solchen Elternhauses bleibt manchem leider ungewollt ver­wehrt. Die familiäre Wirklichkeit in der westlichen Welt jedoch wurde weitaus stärker dadurch geprägt, dass das Zusammenleben von Mann und Frau zunehmend unverbindlicher wurde. Eine Reihe von Faktoren trug zu dieser verhängnisvollen Entwicklung bei.

Die mangelnde Berücksichtigung elterlicher Erziehungsleistung bei der Alters­sicherung[1] (Rentenreform 1957) zwang Mütter verstärkt in die Erwerbs­tätigkeit und begünstigte Lebensentwürfe ohne Kinder. Im Zeichen der Emanzipation gaben Frauen der beruflichen Karriere mit finanzieller Un­abhängigkeit den Vorzug vor einer Familiengründung. Die Tabubrüche der 1968-er Bewegung veranlassten junge Leute, auch ohne Trauschein zusammen zu wohnen.[2] Mit der „Befreiung der Sexualität“ von aller Verpflichtung erschien vielen das Eheversprechen als überholt und unnötig.

Folgen der „sexuellen Revolution“

Die temporäre Beziehung zu einem „Lebensabschnittspartner“ ersetzte nun immer häufiger den Bund fürs Leben. Zeitgleich stieg die Scheidungsrate wie auch die Anzahl der mehrfach Verheirateten. Die Zahl der Neugeborenen hingegen nahm ständig ab, was mit der Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln, aber auch mit der Liberalisierung der Abtreibung zusammenhing. Viele Paare blieben gewollt kinderlos. Das traurige Ergebnis dieser langjährigen Tendenz: Es gibt weniger intakte Familien mit Kindern; die deutsche Bevölkerung schrumpft und altert.

Häufen sich in einer Partnerschaft ungeklärte Probleme, neigt man heute schneller dazu, die Verbindung aufzugeben. Jede derartige Enttäuschung aber hinterlässt seelische Wunden, die wiederum die Beziehungsfähigkeit der Beteiligten beeinträchtigen. Und wenn Eltern sich trennen, zerbricht in den Kindern das Urvertrauen zu jenen Bezugspersonen, deren Zuneigung, Schutz und Verlässlichkeit sie am meisten brauchen. Vielleicht sehnen sich junge Menschen deshalb heute wieder nach einer stabilen Beziehung mit einem treuen Partner.[3]

Im Zuge einer gelockerten Sexualmoral und der zunehmenden Tolerierung einstmals anstößiger Verhältnisse („Kuppelei-Para­graph“) beanspruchten auch Homosexuelle gesellschaftliche Anerkennung und Minderheitenschutz. Ging es in den 1970-er Jahren zunächst um den Wegfall der Strafbarkeit und die Wahrung von Menschenrechten, machte die Schwulenlobby später regelmäßig mit schrillen Auftritten (Love Parade, Christopher Street Day) auf sich aufmerksam. 2001 erfolgte die standesamtliche Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und dann schrittweise deren steuerliche Begünstigung.

Gesellschaft im Umbruch

Nicht zuletzt dank prominenter Fürsprecher in den Medien und der Politik haben Homosexuelle in der öffentlichen Wahrnehmung einen erstaunlichen Wandel durchlaufen: von einer einstmals unbedeutenden, negativ belegten Randerscheinung hin zur angeblichen und gefühlten Meinungsführerschaft im Kampf gegen Diskriminierung. Inzwischen fordern homosexuelle Paare die gesetzliche Gleichstellung mit Ehe und Familie einschließlich des Rechts zur Adoption von Kindern.

Was aber nützt dem Kind? Es braucht elterliche Liebe, eine treue Beziehung und Werte, an denen es sich orientieren kann. Ist nun jede Paarbeziehung gleichermaßen geeignet, Kindern die familiäre Nestwärme, Beständigkeit und Identität zu vermitteln, die sie brauchen? Solange wir dies nicht zweifelsfrei wissen (Kurzzeitstudien sind hierfür ohne Belang), ist jede willkürliche Abkehr vom Ideal der natürlichen Familie ein unverantwortliches Experiment an Schutzbefohlenen.

Angesichts des zahlenmäßigen Anstiegs von Alleinerziehenden und Scheidungskindern mit allen persönlichen und gesellschaftlichen Folgen stellt man ernüchtert fest: Die sexuelle „Befreiung“ hat insgesamt weder der Sache der Eltern noch dem Wohl der Kinder gedient. Mag die Option homosexueller und hedonistischer Lebensweisen auch als Fortschritt gefeiert werden – zum Fortbestand künftiger Generationen kann sie naturgemäß nicht beitragen. Inwiefern die vermeintlichen neuen Freiheiten für ein gelingendes Privatleben hilfreich sind, müssen Erwachsene für sich selbst verantworten. Intimes geht schließlich niemanden etwas an – oder etwa doch?

Die Revolution geht weiter

Die „sexuelle Revolution“ ist offenbar noch nicht am Ziel und beschränkt sich auch nicht mehr aufs Private. Als nächstes gesellschaftliches Feld nimmt sie die Schule ins Visier: Der Bildungsplan-Entwurf in Baden-Württemberg[4] sah ursprünglich vor, Kindern aller Schularten mit Hilfe von „fünf zukunftsorientierten Leitprinzipien“[5] ausdrücklich sogenannte „sexu­el­le Vielfalt“ zu vermitteln. Mit der Begründung, Diskriminierung und Vorurteile zu bekämpfen, sollen die Kinder hierbei nicht nur zur Toleranz (= Duldung) erzogen werden, es wird ihnen ausdrücklich Akzeptanz (= Zustimmung) abverlangt bei diversen Spielarten der Sexualität.

Die denkbaren Möglichkeiten sind ja mit Lesben und Schwulen bei weitem nicht ausgeschöpft. In besagtem Entwurf ist auch von Bisexuellen und Transsexuellen die Rede, gar von Nischengruppen wie „transgender“ und „intersexuellen“ Menschen – für den Durchschnittsbürger bislang ziemlich exotische Begriffe („LSBTTI“).[6] Nun sollen sich bereits Grundschulkinder mit derlei „zukunftsfähigen Lebensstilen“[7] befassen und die „Geschlechterrollen“ von Vater und Mutter sowie die bisherigen Standards Ehe und Familie als „Stereotypen“[8] hinterfragen.

Mit geradezu missionarischem Eifer will man der nächsten Generation von Erwachsenen fächerübergreifend Lebensformen nahebringen, die (bislang) nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung praktiziert. Das scheint in etwa so, wie wenn man die Diskriminierung von Rauchern dadurch verhindern wollte, dass man Kindern genau erklärt, welche Tabaksorten und Rauchtechniken es gibt, und nebenbei das Nichtrauchen in Frage stellt.

Toleranz oder Akzeptanz?

Niemand ist dagegen, dass Schülern beigebracht wird, Andersartige als Mitmenschen zu akzeptieren. Angehörige von Min­derheiten erfahren leider immer wieder menschliche Ablehnung, Verachtung und Angriffe gegen ihre Person. Jeder Mensch aber hat das Recht auf würdige Behandlung, Respekt und An­ge­nom­men­sein. In Deutsch­­land gibt es viele Randgruppen, die Ausgren­zung erfahren. Dem Anliegen der Akzeptanz nützt es aber nicht, nur Anhänger bestimmter sexueller Vorlieben in den Mittelpunkt zu rücken und als Opfer zu stilisieren.

Wir alle sind fehlbare Geschöpfe und sollten deshalb auf niemanden herabblicken. Keiner hat das Recht, Andere wegen ihrer Ansichten und Verhaltensweisen auszuschließen, zu benachteiligen oder gar zu verfolgen. Jeder ist als gleichwertige Person anzusehen und zu behandeln; falls wir das versäumt haben, sollten wir uns entschuldigen. Homosexuelle sind demnach als Mitmenschen zu achten, ohne dass man ihre sexuellen Präferenzen teilen oder akzeptieren muss.

Akzeptanz und Wertschätzung sollten wir allen Menschen gegenüber aufbringen, nicht aber allem Tun. Andersartige (selbst intolerante!) Lebensformen muss man zwar im Rahmen gegenseitiger Freiheit tolerieren (= ertragen, aushalten), doch akzeptieren (= billigen, gutheißen) braucht man sie deshalb nicht. Wer die unbedingte Akzeptanz seines Verhaltens einfordert, zwingt anderen seine Überzeugung auf. Wenn jemand durchsetzen will, dass Andere ihre Werte zugunsten seiner Sache aufgeben müssen, handelt er extrem intolerant und offenbart Züge totalitären Denkens.

Menschen akzeptieren, nicht Handlungen

Gerade Kindern und Jugendlichen den Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz beizubringen ist zuerst die Aufgabe des Elternhauses. In der Familie wird gefördert, was man für einen respektvollen Umgang braucht: Gesundes Selbstwertgefühl, Charakterbildung und die Bereitschaft, zu vergeben und um Vergebung zu bitten. Die Schule sollte die Eltern dabei unterstützen, darf sie aber keinesfalls nötigen, ihre familiären Werte und Überzeugungen zu verleugnen.

Es ist also stets zu unterscheiden zwischen einer Person und ihrem Ver­hal­ten. Selbst wenn ich mit einem Lebensstil nicht einverstanden bin, muss ich den Menschendahinter mit seiner unantastbaren Würde und seinen unveräußerlichen Grundrechten akzeptieren (= annehmen). Inakzeptables Handeln aber muss ich lediglich tolerieren – solange es keine Gefahr für mich oder andere darstellt.

Akzeptieren, also gutheißen, darf ich falsches Verhalten nie, sofern es gegen mein Gewissen oder Wertesystem verstößt. Kurzgefasst darf Schülern also beigebracht werden: Toleranz und Akzeptanz ihrer Mitmenschen – bedingungslos ja; Toleranz anderen Handelns – bedingt ja;[9] Akzeptanz anderen Handelns – nein.

Das christliche Menschenbild

Das entspricht übrigens auch dem christlichen Menschenbild und der biblischen Botschaft. Es stimmt, wie Kultusminister Stoch sagte,[10] dass Jesus alle Menschen, so unterschiedlich sie sind, zu sich ruft und nicht wegstößt. Als Gott der Liebe will er uns aber gerade nicht so lassen, wie wir sind, sondern unsere Lasten abnehmen, damit wir innerlich zur Ruhe kommen und von ihm lernen.[11]

Die Verbreitung der Bibel in der Volkssprache war ursächlich für die Errungenschaften des Westens in den letzten Jahrhunderten. Ihre Aussage, dass vor Gott alle Menschen gleich sind, brachte einstigen Untertanen Selbstwert und Freiheit, Sprache und Bildung. Der Glaube an eine zweckmäßige Schöpfung und deren Beherrschbarkeit inspirierte wissenschaftliches Denken und technische Entwicklung. Christliche Tugenden wie Fleiß und Ge­nüg­samkeit legten den Grundstein für wirtschaftlichen Erfolg und Wohl­stand. Das Vorbild Christi bewirkte Opferbereitschaft, die Grundlage sozialer Fürsorge.

Christen erkämpften das Ende von Sklaverei und Witwenverbrennungen, Bibelübersetzer verhalfen anderen Völkern zu einheitlicher Sprache, Schulbildung und einer eigenen Nation.[12] Die Väter von BGB und Grundgesetz orientierten sich an der christlichen Ethik. Wichtige Güter der Demokratie wie Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung der Frau, Schutz von Ehe und Familie als Grundlage der Gesellschaft verdanken wir dem Einfluss der Bibel. Diese historischen Zusammenhänge werden gerne unterschlagen, gehören aber in den schulischen Geschichtsunterricht.

Schützt die Kinder!

Pädagogen sollte eigentlich klar sein, dass junge Menschen einen längeren Spannungs- und Reifeprozess durchlaufen, den sie für ihre gesunde seelische Entwicklung brauchen. Entfallen Scham und Hemmungen zugunsten einer unmittelbaren Bedürfnis­be­frie­di­gung, beeinträchtigt dies die Bindungsfähigkeit, Belastbarkeit und Frustrationstoleranz dieser Menschen oft ihr Leben lang – mit allen gesellschaftlichen Konsequenzen.

Nachdem schon die immer dreistere Frühsexualisierung der Jugend durch die Unterhaltungsindustrie sehr bedenklich ist, darf die Schule dieser schäd­lichen Tendenz nicht auch noch Vorschub leisten. Und kleine Kinder (Grundschule beginnt ab fünf!) sind noch viel stärker gegen Themen zu schützen, für die sie einfach noch zu jung sind. Wenn sie aber, wie geplant, „schwuler, lesbischer, transgender und … intersexueller Kultur“ umfassend in Musik, Bildender Kunst, Literatur, Medien, Theater, den entsprechenden sozialen Netzwerken, Vereinen, politischen Gruppen und Parteien begegnen sollen,[13] ist das schlicht eine maßlose Überforderung.

Und müssen Schüler das Geschlechtsleben die­ser Menschen auch noch akzeptieren (gutheißen), bedeutet das eine „massive schulische Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen, die nicht vom staatlichen Bildungs­auftrag gedeckt“ ist, so eine Stellungnahme evan­gelischer Lehrer.[14] Freilich greifen amtliche Organe längst schon nach den Allerkleinsten, denn nach dem Willen oberster Behörden soll die sexuelle Indoktrination noch viel früher beginnen.

Masturbation im Kindergarten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung versteht ein Kind „von Geburt an als sexuelles Wesen“[15] und rät in ihrem „Rahmenkonzept für po­litische Entscheidungsträger, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsbehör­den, Expertinnen und Experten“, bereits vor dem vierten Lebensjahr mit der Aufklärung zu beginnen – und zwar „interaktiv“![16] Darunter könnte man durchaus eine Anleitung zur „frühkindlichen Masturbation“[17] im Kindergarten verstehen – eine Einladung für Pädophile also.

In dieser offiziell zugänglichen Broschüre von 2011 wird der Reifungsprozess rein biologisch verstanden.[18] „Psychosexuelle Entwicklung“ beinhalte lediglich, „Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken zu können, Sexualität lustvoll zu erfahren und seine sexuelle und geschlechtliche Identität auszubilden.“ Aufklärung, so heißt es, „orientiert sich eindeutig“ an der „Anerkennung der Vielfalt“.[19] Die „sexuelle Revolution“ wird nirgendwo kritisch hinterfragt, sondern als normativ für das Verständnis und die Praxis der Sexualität von heute vorausgesetzt. Damit wird jedoch ein großer Teil der Bevölkerung ignoriert, der andere ethische Überzeugungen hat und in der kollektiven Enthemmung nicht das gesellschaftliche Heil sieht.

Laut der zusammen mit dem europäischen WHO-Büro herausgegebenen Schrift ist das Hauptziel der Sexualaufklärung, dass junge Menschen ihre Sexualität genießen können[20] – ohne Moralvorschriften (außer der Ein­vernehmlichkeit). Durch Verhütung und Abtreibung entfällt der Zusammenhang zwischen Sex und Fortpflanzung ja sowieso und damit auch jede Verantwortung zur Bindung. Ob das den jungen Menschen auch seelisch bekommt, interessiert die Verfasser nicht.

Als Aufklärung getarnte Pädophilie

Im Namen solcher „Standards“ sollen somit alle – Kleinkinder, Kinder und Jugendliche – möglichst früh sexuell aktiviert werden. Ohne Rücksicht auf Intimsphäre, Schamgefühl und familiäre Werte konfrontiert man sie mit Themen, die weder altersgemäß noch ethisch verantwortbar sind.[21] Wer aber will eigentlich die jungen Menschen in großem Stil sexuell belästigen und enthemmen – unter der Flagge einer unheilvollen, weil maßlos überspannten „Aufklärung“?

Derlei Konzepte stammen maßgeblich von homosexuellen Professoren wie Helmut Kentler, Uwe Sielert und Elisabeth Tuider, die – selber ohne Nachwuchs – sich anmaßen, anderer Leute Kinder gemäß ihren Vorlieben umerziehen zu dürfen. In ihren Publikationen fordern sie nicht nur die Legalisierung der Pädophilie,[22] sondern auch eine „Entnaturalisierung“ der „heteronormativen“ Familie[23] sowie die vorsätzliche „Verwirrung“ der Kinder durch „VerUn­eindeutigung“ [!].[24]

Die Ahnungslosigkeit der Eltern ausnutzend, wird hierzu Übungsmaterial verbreitet, mit dem moralische Grenzen gezielt verletzt werden. Die von den Kindern verlangten Gruppenspiele wären selbst für Erwachsene eine Zumutung: Darstellen eines „ersten Males“ (z.B. Analverkehr), Rollenspiel eines „Coming-Out“, Planung eines „Puffs für alle“.[25] Gegen solche übergriffigen und missbräuchlichen Methoden, die mit einer verantwortlichen Sexualkunde nichts mehr zu tun haben, sollten sich alle Erziehungsberechtigte im Interesse ihrer Kinder und Enkel entschieden wehren.[26]

Pädokriminelle Wegbereiter

Die Frühsexualisierung von Kindern geht zurück auf den Zoologen Alfred C. Kinsey, der die gesellschaftlichen Moralvorstellungen seiner Zeit nachhaltig erschüttert hat („Anything goes“). Die „Kinsey-Reports“ von 1948 und 1953 erregten weltweites Aufsehen, weil sie angeblich das Sexualleben der amerikanischen Bevölkerung als wenig tugendhaft enthüllten. Die verwendeten Daten waren jedoch alles andere als repräsentativ, sondern stammten aus Suggestivbefragungen von Prostituierten, Päderasten und Gefängnisinsassen, aus sexuellen Experimenten Kinseys und seiner Mitarbeiter sowie aus sadomasochistischen Misshandlungen hunderter Kinder, darunter Säuglinge ab zwei Monaten.[27] Was die Sexualwissenschaften bis heute geprägt hat basiert auf einer großen, verbrecherischen Lüge.[28]

Die sukzessive Erosion moralischer Normen gipfelte in Auswüchsen wie dem programmatisch ver­klärten Pädosex links­alter­na­­tiver „Kinderläden“ der 1970-er Jahre[29] und der sys­­te­­ma­ti­schen Ver­ge­wal­ti­gung von Internatsschülern im Zeichen der Reform­pädagogik (Odenwald­schu­le)[30] – Warnungen genug vor weiteren sexual­­päda­go­gi­schen Aben­teuern. Doch die Früh­auf­klärer blei­­ben ungerührt, selbst an­gesichts der jüngsten Kita-Skandale in Mainz[31] und Wiesbaden,[32] wo Dutzende Kleinkinder einander in unfassbar sadistischer Weise über Monate gequält haben. Sollte gar kein Zusammenhang bestehen zwischen frühkindlicher „Aufklärung“, dem in der Kita vermuteten „pornografischen Material“ und der sexuellen Entfesselung der Kinder?[33]

Wenn die Kleinsten mit dem „Methodenkoffer“[34] oder einer „Kindergartenbox“[35] in die sexuelle Welt der Erwachsenen eingeführt werden, begründet man dies gerne zynisch mit „Kinderschutz“. Statt aber unbedarft Heranwachsende von Anfang an wirksam vor illegaler Pornografie zu schützen,[36] sollen sie nach dem Willen selbsternannter Sexualaufklärer sol­chen Machwerken absichtlich ausgesetzt werden, um angeblich „Porno-Kompetenz“ zu erlangen.[37] Solch kriminelles Vorgehen[38] zerstört die kindliche Unschuld, verursacht seelische Wunden und bereitet den Nährboden für noch mehr Kindesmissbrauch.

Das missglückte Menschenexperiment

Je früher unseren Kindern Sexualkunde aufgedrängt wird, desto akuter wird die Frage nach dem erzieherischen Leitbild. Sind Mann und Frau das Ebenbild eines liebenden Schöpfers oder sind sie triebgesteuerte „human animals“,[39] also höher entwickelte, menschliche Tiere? Losgelöst von Gott macht sich der Mensch selbst zum Maßstab ohne absolute Wahrheit, ohne Richtig und Falsch, ohne letzte Verantwortung und Hoffnung, und schafft sich schließlich den Menschen nach seinem eigenen Bilde – mit fatalen Konsequenzen.

Der Psychologe John W. Money prägte erstmals den Ausdruck „Gender Role“ (Geschlechts-Rolle)[40] und wollte 1967 an einem Zwillingspaar beweisen, dass das Geschlechterverhalten nur an­er­zo­gen sei. Die Zwangsumwandlung des kleinen Bruce zu „Brenda“ Reimer stieß jedoch auf starke Gegenwehr und endete abrupt, als Bruce im Alter von 14 Jahren hinter das Geheimnis kam. Er nannte sich fortan David, heiratete mit 25 – und nahm sich später das Leben. Trotz diesem tragischen Scheitern benützen Gender-Theoretiker zynischerweise den Fall bis heute als ein Beispiel für „Performativität“, also das willkürliche Zusprechen eines Geschlechts durch sogenannte „Sprechakte“.[41]

Diese Anwendung von Sprache folgt der Theorie des „Sozial­konstruktivismus“, die besagt, dass man mit Sprache Wirklichkeit konstruieren kann. Die Gender-Ideo­logen machen von dieser Technik regen Gebrauch, zum Beispiel bei ihrer Forderung nach „gendergerechter Sprache“.[42] Um die vermeintliche männliche Dominanz in der deutschen Sprache zu brechen, muss un­be­dingt bei jeder Formulierung das weibliche Geschlecht „sichtbar“ werden („Professor/-_*Innen“), tonangebend sein („Professorinnen“)[43] oder sich genderneutral auflösen („Professx“, „Studierende“).[44]

Was bedeutet eigentlich „Gender“?

Der Begriff „gender“ kommt aus dem Englischen und bedeutet ursprünglich grammatisches Geschlecht (der, die, das), im Unterschied zum biologischen „sex“ (männlich, weiblich). Die Vereinnahmung dieses harmlosen Wortes durch Aufpropfen einer neuen Bedeutung ist ein Paradebeispiel für die Verwendung von Sprache als Kampfmittel, um damit eine Weltanschauung durchzusetzen. Einer radikalfeministischen These entsprechend, steht „Gender“ nun für das erdachte „gesellschaftliche Geschlecht“, durch welches das typisch männliche und weibliche Rollenverhalten bestimmt werden soll.

Das biologische Geschlecht wird für unbedeutend erklärt, „sex“ durch „gender“ ersetzt und zum „sozialen Geschlecht“ umgedeutet. Weil das „soziale Geschlecht“ angeblich nur gesellschaftlich konstruiert ist, lässt es sich auch wieder dekonstruieren. Demnach kann sich jeder seine „sexuelle Identität“ (Gender) selbst aussuchen und beliebig ändern;[45] unzählige Zwischenformen sind denkbar. Das Ziel ist, so unfassbar es auch klingen mag, die totale Auflösung des biologisch festgelegten Geschlechts.

„Gender Mainstreaming“ bedeutet, diese Weltanschauung immer stärker in den „Hauptstrom“ der Gesellschaft einzuspeisen, also alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens damit zu durchdringen, bis die Gender-Ideologie selbst den Hauptstrom bildet. Zunächst als politisches Programm für die Gleichberechtigung von Mann und Frau verkauft („Gleichstellung“), ist „Gender Mainstreaming“ in Wirklichkeit ein trojanisches Pferd, um das Gender-Weltbild rigoros durchzusetzen.[46]

Die Bekämpfung von Diskriminierung ist dabei nur ein Etappenziel auf dem Weg zur vollständigen Gleichheit, sprich Eliminierung der Geschlechter. Die störende Ungleichheit biologischer Funktionen bei der Fortpflanzung wird vorerst dadurch kompensiert, dass man Schwangerschaft vermeidet, Männlichkeit abwertet und Mütter diffamiert.

Abschaffung der Mutter

Verhütung und Abtreibung sollen Frauen aus der „Sklaverei der Mutterschaft“[47] führen. Eine tabufreie „sexuelle Selbstbestimmung“[48] (gern auch im Widerspruch zum biologischen Geschlecht)[49] einschließlich völlig legaler Abtreibung („reproduktive Gesundheit“) wird bereits zum „Normalfall“ und zum „Menschenrecht“ erklärt.[50] Ungeborene Menschen selbst bleiben dabei leider ohne Rechte, da juristisch als nicht rechtsfähig definiert. Ist ein un­erklärtes Ziel möglicherweise die Reduktion der Bevölkerung?

Derlei lebens- und familienfeindliche Absichten werden inzwischen mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit vorgetragen. Was die „Befreiung“ der Frau noch bedeuten kann zeigen offen geäußerte Forderungen, dass keine Mutter „berechtigt sein soll, zu Hause zu bleiben, um ihre Kinder zu erziehen“,[51] sondern „dass der Besuch von Krippen, Kindergärten und Ganztags­schulen verpflichtend wird.“[52] Folgerichtig will auch Baden-Würt­temberg „die Kindertageseinrichtungen zu Kinder- und Familienzentren aus­bauen.“[53]

Durch diese Deformation der Familie und die Entwurzelung der Kinder könnte der Staat die künftige Generation beliebig und kollektiv gemäß seiner Doktrin formen – wie zu besten DDR-Zeiten.[54] Warum aber werden Pläne mit solch gravierenden Auswirkungen nicht breit diskutiert und erörtert? Wo bleibt der Aufschrei der „freien“ Medien? Noch unheimlicher als Inhalt und Umfang dieses gesellschaftlichen Umbaus ist nämlich die Art, wie er geschehen soll: von oben verordnet, ohne demokratische Legitimation.

Vielfalt ohne Grenzen

Wie aber soll es in der Beziehungskiste weitergehen? Mit Blick auf die bereits genannten „Lebensentwürfe“ ahnt man, dass die bildungspolitische Auflistung mit der Zeit noch vielfältiger ausfallen könnte. Gehören beispielsweise Polygamie, Pä­do­phi­lie und Inzucht nicht auch zur „Vielfalt in der sexuellen Identität“[55]? Was ist mit Sadomaso, Sodomie, Nekrophilie und noch unappetitlicheren Versionen „sexueller Vielfalt“?

Sollen diese alle auch irgendwann im Unterricht behandelt werden, um eine mögliche Diskriminierung auszuschließen? Nach welchen Maßstäben[56] werden solche Varianten (oder etwaige Mischformen) beurteilt? Wird für sie dieselbe Akzeptanz gefordert, und sollen sie gesellschaftlich anderen „Orientierungen“ gleichgestellt werden? Gibt es überhaupt Grenzen, und wer soll sie ziehen?

Dürfen beispielsweise Pädophile dann auch fremde Kinder großziehen oder Sexualkunde unterrichten? Das sind eigentlich beklemmende Fragen, die das Ungeheuerliche der angestrebten Entwicklung nur andeuten können. Was steckt denn nur hinter diesem beharrlich vorangetriebenen Bildungsplan? Ob man „sexuelle Vielfalt“ nun beklagt oder begrüßt – man sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass damit ideologische Interessen einhergehen.

Ideologischer Unterbau

Bereits der frühe Kommunismus sah die Ehe zwischen Mann und Frau als „Ursprung aller Klassenunterdrückung“ an.[57] Der radikale Feminismus stell­te die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau in Frage und behauptete, man würde „nicht als Frau geboren“, sondern „zu ihr gemacht“.[58] Der Genderismus schließlich attackiert das „gesellschaftlich konstruierte Geschlecht“ und fordert, dass jeder sein „Gender“ selbst bestimmen und auch wechseln dürfe.[59]

Im Bildungsentwurf neu eingeführte Begriffe wie „sexuelle Identität“, „Geschlechtsidentität“ und „soziales Geschlecht“ verraten das Ge­dan­ken­gut der Gender-Theorie. Dahinter verbirgt sich ein radikalfeministisches, neomarxistisches Programm zur völligen Einebnung der Geschlechts­unterschiede im Namen der „Gleichstellung“ und gegen „Unterdrückung“. Nachdem erstmals bei der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking trickreich von „gender“ und „mainstreaming of gender per­spectives“ die Rede war[60], gelang es den Lobbyisten klammheimlich, „Gender Mainstreaming“ in die Europapolitik zu implantieren.

Der Begriff wurde, unbemerkt von der Öffentlichkeit, bereits 1998 vom Europarat als umfassendes politisches Konzept definiert[61] und 1999 von der deutschen Bundesregierung als Strategie für die Gleichstellung von Mann und Frau eingeführt.[62] Ohne dem Normalbürger die Tragweite zu erklären, will die grün-rote Landesregierung nun „Gender Mainstreaming“ über die Schulen „erfolgreich durchsetzen“.[63] Auch wenn der baden-würt­tembergische Ministerpräsident Kretschmann mit der Gender-Theorie angeblich nichts am Hut haben will:[64] „Gender Mainstreaming“ ist ohne die Gender-Ideologie und die damit verbundene Agenda nicht denkbar.

Wohin der Gender-Plan führt

Dieser allem natürlichen Empfinden und den biologischen Tatsachen widersprechende Plan könnte einer öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion nicht standhalten.[65] Er ist so unglaublich, dass er nur durch gesetzlich Vorschriften (Gleich­stellungs­for­derungen, Verbot der „Homophobie“), eine langsame Ge­wöhnung (mithilfe sprachlicher Umdeutungen und der Einforderung von Akzeptanz) sowie durch die Umerziehung der Kleinsten („Aufklärung“ ab der Kinderkrippe) durchgesetzt werden kann.

Mit Einführung des Genderismus würde Sexua­lität tatsächlich zu einem sozialen Konstrukt gemacht – die Fra­­ge ist nur, an wem oder was man sich künftig orientieren will. Vielleicht an der Natur, wo Polygamie und Homosexualität vorkommen, aber auch Fressen und Gefressenwerden? Vergleiche aus der Tierwelt zur Rechtfertigung gleichgeschlechtlicher Beziehungen heranzuziehen bedeutet, Moralvorstellungen aus der Biologie abzuleiten. Wer aber so denkt, vertauscht das christliche Menschenbild gegen ein materialistisches.[66]

Im 20. Jahrhundert hat die materialistische Weltanschauung menschenverachtende und grausame atheistische Ideologien hervorgebracht. Nach der Rassenlehre der Nazis und den Kultur­re­vo­lu­tionen der Kommunisten soll jetzt, nach dem Arier und dem sozialistischen Menschen, wohl wieder ein neuer Mensch, diesmal der Gender-Mensch, kreiert werden. Zu diesem Eindruck könnte man angesichts der ständigen Werbung für „homophile“ Lebensweisen kommen. Oder ist alles bloß wieder ein Spuk des „Zeitgeistes“ wie die Pädophilie-Programme[67] in den Anfangsjahren der grünen Partei: gefährlich zwar, aber vorübergehend?[68]

Unterdrückung der Kritik

Auffällig ist jedenfalls, mit welcher Herablassung und Heftigkeit Politiker und Aktivisten den Bedenken am Bildungsplan-Entwurf und an der LSBTTI-Agenda begegnen. Da wird eine hunderttausendfach von der Mitte der Gesellschaft unterstützte Petition als „unterste Schublade“[69] bezeichnet oder die gerade erst beginnende Diskussion mit „Fertig. Aus. Amen.“[70] für beendet erklärt. Selbst die Medien verwenden gerne Kampfbegriffe wie „Hetze“ und „Homophobie“[71] und diffamieren Kritiker pauschal als „Homo-Hasser“, nur weil sie deren Moralvorstellungen nicht teilen.

Ist da auch Verärgerung herauszuhören, dass dieses Thema nun in der breiten Öffentlichkeit bekannt wird? Sollte in einer freien Demokratie, wo alle Macht idealerweise vom Volke ausgeht, ein Großprojekt mit so einschneidenden Auswirkungen für das ganze Land nicht breit diskutiert werden dürfen, ja sogar müssen? Es scheint gerade, als ob eine arrogante Elite versucht, ihre Gegner mundtot zu machen.

Ein „Musterland demokratischer Beteiligung“ mit „mehr Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen“[72] sähe anders aus. Die „Regierung für alle Menschen im Land“, die sich „eine neue politische Kultur des Dialogs“ vorgenommen hat, darf nicht nur gut organisierten Minderheiten ihre „Offenheit für Vorschläge“ entgegenbringen. Vor allem, wenn es um die Kinder einer breiten Mehrheit der Einwohnerschaft geht, muss diese gefragt und gehört werden, ob sie mit einem derart drastischen „Wechsel“ in der Wertebildung ihrer kommenden Generation überhaupt einverstanden ist.

Nur ein Kulturkampf?

Ansonsten muss man sich nicht wundern, wenn es zu Widerstand kommt und eine Spaltung in den Überzeugungen zutage tritt. Diese nun zu einem „Kulturkampf“ hochstilisierte, teils übereifrige Auseinandersetzung könnte leicht entschärft werden, wenn die Regierung der überwiegenden Lebenspraxis ihrer Bevölkerung mehr Respekt und Toleranz zollen, die Bürger fair informieren und einen breit angelegten gesellschaftlichen Diskurs zulassen würde.

Sollte das aber gar nicht die Absicht der Mächtigen sein, müsste man ihre Verlautbarungen insgesamt als doppelbödig werten und besonders den Aussagen zum angeblichen Kindeswohl mit äußerstem Misstrauen begegnen. Denn Halbwahrheiten oder verdeckte Lügen sind viel gefährlicher als ein offen betriebener „Wechsel“.

Bei alledem lässt der homophile Chor der Massenmedien erschaudern. Ein verdächtig unkritischer Journalismus, der lieber mit der „sexuellen Vielfalt“ sympathi­siert als sachlich da­rüber zu recherchieren, sor­tiert Opponen­­ten gern in die rechte Ecke der Ewiggestri­gen ein. Kaum ein Ton der Infragestellung ist zu hören, alles scheint bereits abgemacht. In öffentlich-recht­lichen Talkshows diskutiert regelmäßig ein Über­gewicht an LSBTTI-Befürwortern, obwohl diese gar nicht die Mehrheitsmeinung widerspiegeln; sachliche Argu­men­te zählen dort wenig. Wie gleichgeschaltet sind wir schon, und welche Umgestaltungsprogramme laufen oder warten im Hintergrund?

Totalitarismus in neuem Gewand

Derweil werden über EU-Recht im Stillen die Voraussetzungen geschaffen, dass die Bürger ungefragt durch Indoktrinierung von Kindern und Einschränkung der Meinungsfreiheit mit der „neuen sexuellen Weltordnung“ zwangsbeglückt werden können. Ist die „schöne neue Welt“[73] bereits am Entstehen?

Die Europäische Union hat ihre Mitgliedsstaaten nämlich aufgefordert, „dafür zu sorgen, dass auf Vorurteilen beruhende Straftaten, wie diejenigen mit … homophober oder transphobischer Absicht, in den Strafrechtssystemen straf­bar sind …“[74] Ein jüngerer Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments mahnt eine „Überarbeitung“ an, „besonders im Hinblick auf von … Homophobie und Transphobie bestimmte Äußerungen und Handlungen“[75]. Damit könnte bereits eine Meinungsäußerung gegen Homosexualität als „Hassrede“ strafrechtlich verfolgt werden.[76] Ähnliche Forderungen der EU finden sich inzwischen im „Aktionsplan“ des baden-würt­tem­ber­gi­schen Sozialministeriums.[77]

Kein Wunder, dass sich Politiker vor kontroversen Aussagen über „sexuelle Vielfalt“ hüten und Vertreter aller gewählten Parteien die Sache im Kern seltsam unkritisch behandeln. Dabei müsste der Schutz von Kindern, Jugendlichen und der Familie eigentlich oberste Priorität haben. Denn historisch gesehen ging sexuelle Zügellosigkeit einer Gesellschaft einher mit dem Zusammenbruch von Familien und führte dann stets zum Zusammenbruch von Nationen – innerhalb von nur einer Generation.[78] „Sexuelle Vielfalt“ und Genderismus sind Frontalangriffe gegen die Schöpfungsordnung und damit gegen Gott selbst – gut gehen kann das nicht.

Was ist jetzt zu tun?

Wähler sollten ihre Abgeordneten direkt zur Rede stellen, die familienpolitischen Aussagen der Parteiprogramme genau prüfen und ihre Wahlentscheidungen davon abhängig machen. Auf Landes-, Bundes- und Europaebene müssen wertkonservative Parteien gestärkt werden. Gläubige sind aufgefordert, für die Verantwortlichen in der Regierung zu beten.

Christen und Kirchen sollten Homosexuellen freundlich und offen begegnen, ihnen zeigen, dass sie sie nicht hassen, sondern als Mitmenschen achten und wertschätzen, und sie mit der Liebe Christi einladen zu einem neuen Leben. Wo dies seither anders war, sind ein Umdenken und eine Entschuldigung angebracht. Christliche Gemeinden und Verbände sollten sich und die Bevölkerung gut über die Gender-Pläne informieren.[79] Einige Möglichkeiten hierfür sind: Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge, Autorenlesungen, Podiumsdiskussionen, Straßenaktionen und Teilnahme an Kundgebungen.

Eltern als Hauptverantwortliche für die Sexualerziehung ihrer Kinder sollten das grundgesetzlich garantierte „natürliche Recht“ dazu auch in Kita, Kindergarten und Schule wahrnehmen.[80] Sie dürfen Lehrer und Bildungseinrichtungen bei Bedarf an ihre verfassungsmäßige Pflicht erinnern, die Jugend „in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe, … zu sittlicher … Verantwortlichkeit … zu erziehen.“[81] Bei der Politik fin­den sie am besten Gehör im Schulterschluss mit anderen Eltern, unterstützt durch überregionale Verbände und gewappnet mit der Verfassung: „Bei der Gestaltung des Erziehungs- und Schulwesens“ (also auch bei der Erstellung und Umsetzung von Bildungsplänen) muss „das natürliche Recht der Eltern, die Erziehung und Bildung ihrer Kinder mitzubestimmen … berücksichtigt werden.“[82]

Eine neue Perspektive

Um den Griff nach unseren Kindern abwehren zu können, brauchen sie zuhause ein Klima der Liebe, Annahme und Vergebung. Die Geborgenheit einer stabilen Familie gibt ihnen Rückhalt, wenn sie in einem schwierigen Umfeld bestehen müssen. Kinder brauchen keine perfekten Eltern, aber Vorbilder, die sich auch mal entschuldigen können, und einen Schutzraum ohne mediale Reizüberflutung.

Eltern und Großeltern, die christliche Moral- und Wertvorstellungen glaubhaft vorleben, helfen Heranwachsenden, verantwortliche eigene Entscheidungen zu treffen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe benötigt man die Hilfe Gottes, dessen große Toleranz unseres Fehlverhaltens und bedingungslose Akzeptanz unserer Person immer wieder einen Neuanfang ermöglichen.

Weil unser Schöpfer in Jesus Christus selbst Mensch wurde und die tödlichen Folgen aller menschlichen Abgründe am Kreuz ertragen und besiegt hat, können wir jederzeit zu ihm umkehren, um Vergebung und Freiheit zu empfangen. In dieser Hinsicht bietet die Wertekrise gute Chancen, dass die christliche Botschaft von der Errettung, Erneuerung und Erfüllung wieder neu gehört wird.

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Frank Simon, 1962 geboren, ist von Beruf Forstingenieur und arbeitete einige Jahre als christlicher Entwicklungshelfer in Südamerika. Er ist seit über dreißig Jahren verheiratet, hat fünf Kinder sowie zwei Enkel und lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Dort engagiert er sich ehrenamtlich im Leitungs­team einer evangelischen Freikirche.

Information: Dieser Aufsatz ist im Internet als PDF-Dokument abrufbar:                www.dropbox.com/s/dneulgypyqtnhct/BildungsplanGenderwahn.pdf?dl=0
Ein Mausklick auf die Links in den Fußnoten führt direkt zu den Originalquellen; dadurch gewinnt man rasch selbst einen Überblick über die Hintergründe des Genderismus.

Hinweis: Die Verbreitung, Veröffentlichung und Verlinkung des vollständigen Artikels sind erlaubt, Textänderungen und die kommerzielle Nutzung jedoch nur mit schriftlicher Zustimmung des Autors. Kontakt: frank-simon@gmx.net

 

[1] Johannes Resch, Vom Generationenvertrag zum Generationenbetrug, http://www.johannes-resch.de/Generationenbetrug (9.09.2015).

[2] Kai Kracht, Die 68-er Revolution, http://www.kaikracht.de/68er/index.htm (17.02.2014).

[3] Dies legt die Shell-Jugendstudie von 2010 nahe; http://www.shell.de/aboutshell/our-commitment/shell-youth-study/2010/family.html (9.09.2015).

[4] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg, Arbeitspapier zur Verankerung der Leitprinzipien, Stand 18.11.2013, http://www.kultusportal-bw.de/,Len/Startseite/schulebw/Sexuelle+Vielfalt (15.02.2014).

[5]Arbeitspapier, S. 1: Als Leitprinzipien werden genannt: Berufliche Orientierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention und Gesundheitsförderung, Verbraucherbildung.

[6] Ursprünglich beschränkt auf “LSBT”, ist das Kürzel noch beliebig erweiterbar. Inzwischen angehängt wurde „Q“ für „queer“; diese Spielart lehnt die Festlegung auf irgendeine „sexuelle Identität“ sowie jegliche Normierung des Sexualverhaltens ab.

[7] Arbeitspapier, S. 2

[8]Arbeitspapier, S. 9 + 23

[9] Beispiele wie Ausgrenzen, Stehlen, Prügeln machen Kindern schnell klar, dass sie nicht alles Verhalten tolerieren müssen (und erst recht nicht akzeptieren).

[10] Andreas Stoch, Kultusminister des Landes Baden-Württemberg, in Wieland Backes SWR-Talkshow “Nachtcafé” unter dem Titel „Schwul, lesbisch, hetero – wirklich selbstverständlich?“, ausgestrahlt am 24.01.2014.

[11] Jesus Christus spricht: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.“ Die Bibel, Matthäusevangelium 11,28 (Einheits­übersetzung).

[12] Bemerkenswerte Einsichten hierzu liefert der indische Philosoph und Sozialreformer Vishal Mangalwadi in Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind – Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur, Basel 2014.

[13]Arbeitspapier, S. 12

[14] Stellungnahme der Ev. Lehrer- und Erziehergemeinschaft in Württemberg e.V. zum Bildungsplan 2015; http://www.eleg-online.de/bildungsplan-2015.htm (15.02.2014).

[15] Diese Auffassung geht zurück auf den Pädokriminellen Alfred C. Kinsey, der Kleinkinder für seine sadomasochistischen Experimente missbrauchte (siehe auch S. 10f), nachgewiesen bei Judith A. Reisman, Kinsey: Crimes & Consequences, Institute for Media Education Crestwood 2012, S. xviii u. xxi.

[16] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Standards für Sexualaufklärung in Europa, Köln 2011, S. 33; http://www.bzga.de/infomaterialien/einzelpublikationen/?idx=2042 (15.02.2014).

[17] Ebda, S. 42, in der Spalte „Wissen“ aufgeführt. Unter „Kompetenzen“ versteht die Broschüre auch „praktische Fähigkeiten“, S. 38. Eine Matrix beschreibt Aufklärung nach Altersgruppen: Selbstbefriedigung 0-4, Homosexualität 4-6, Empfängnisverhütung 6-9, „Genderorientierung“ 9-12, Sex 12-15, homosexuelles „Coming-out“ 12-15, „sexuell abweichendes Verhalten“ und „Paraphilie“ ab 15 Jahren.

[18] Ebda., S. 26

[19] Ebda., S. 31

[20] Ebda., S. 22f

[21]http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/experten-warnen-vor-zu-frueher-aufklaerung-von-kindern-13203307-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3 (10.09.2015)

[22]http://www.emma.de/artikel/falsche-kinderfreunde-263497 (10.09.2015)

[23]http://forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=667 (10.09.2015)

[24] Elisabeth Tuider et al., Sexualpädagogik der Vielfalt, 2. Auflage, Weinheim und Basel 2012, S. 40.

[25] Ebda., S. 151, 115, 75

[26] Vgl. hierzu die ernsten Warnungen eines Pädagogen und eines Sozialwissenschaftlers: http://www.focus.de/familie/schule/ein-kommentar-von-bernd-saur-schamlos-im-klassenzimmer_id_4212076.html und http://www.derfreiejournalist.de/?e=144 (11.09.2015).

[27] Ein Hauptgegen­stand der menschenverachtenden Versuche war die multiple Orgasmusfähigkeit der Kinder. Obwohl die Medienwissenschaftlerin Judith A. Reisman die Datensammlung Kinseys schon 1981 öffentlich als kriminelle Fälschung entlarvt hat, fehlt bis heute eine angemessene Distanzierung der Fachwelt von Kinseys Ergebnissen. http://www.drjudithreisman.com/archives/2010/03/1981_jerusalem.html (11.09.2015).

[28] Das Familienministerium Baden-Württemberg verbreitet heute noch, „die berühmten Studien des amerikanischen Sexualforschers Kinsey“ hätten ergeben, dass „90 Prozent“ der Bevölkerung bisexuell seien. Siehe diese Publikation vom Juni 2015, S. 10: http://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downloads/Downloads_Offenheit_und_Akzeptanz/Lexikon_der_kleinen_Unterschiede.pdf (10.11.2015).

[29] Sophie Dannenberg über ihre Erfahrungen im Kinderladen Gießen: http://www.cicero.de/salon/sophie-dannenberg-kind-68er-wir-waren-gluecklich-und-einige-von-uns-wurden-sexuell-missbraucht/54468/seite/3 (13.09.2015).

[30]http://www.sueddeutsche.de/bildung/odenwaldschule-uebergriff-um-elf-geht-dann-bis-um-zwoelf-1.2539056 (14.09.2015).

[31]http://www.welt.de/vermischtes/article142439879/Da-hinten-tun-sich-Kinder-ganz-doll-weh.html (14.09.2015).

[32]http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kita-in-wiesbaden-sexuelle-belaestigung-unter-kindern-13752508.html (14.09.2015).

[33] Dringender Erklärungsbedarf besteht beim passiven Verhalten der Erzieher, die mutmaßlich auf die Hinweise weder von Kindern noch Eltern reagiert haben. http://www.sueddeutsche.de/panorama/uebergriffe-unter-kindern-in-mainzer-kita-sadistische-gewalt-mit-sexueller-toenung-1.2519178 (14.09.2015).

[34] Die Schweiz führte 2011 „Sexkoffer“ (samt Puppen mit Geschlechtsorganen zum Üben; ab 4 Jahren) und „Sexbox“ (mit Holzpenissen verschiedener Größe, einer künstlichen Vagina und Aufklärungsfilmen) ein und machte die Teilnahme an der Frühsexualisierung, inklusive lustvollen Massagespielen, bereits für Kindergartenkinder obligatorisch. http://www.blick.ch/news/schweiz/schon-4-jaehrige-sollen-sich-mit-lust-und-liebe-beschaeftigen-verdirbt-dieser-sex-koffer-unsere-kinder-id76220.html (14.09.2015).

[35]http://www.derfreiejournalist.de/?e=190 (14.09.2015).

[36]http://www.it-recht-kanzlei.de/jugendschutz-beeintr%C3%A4chtigende-inhalte.html (10.09.2015).

[37]http://www.focus.de/familie/psychologie/verschaemtes-wegschauen-hilft-nicht-paedagogen-fordern-pornokompetenz-fuer-jugendliche_id_3719027.html (10.09.2015).

[38] Nach § 184 StGB ist es verboten, Minderjährigen Pornografie zugänglich zu machen. Umso unverständlicher erscheint die faktische Kapitulation von Politik und Strafverfolgung vor den Anbietern einschlägiger Seiten, wo die perversesten Angebote unverschlüsselt und ohne Altersbeschränkung von jedem Kind mit internetfähigem Handy abrufbar sind.

[39] So lautete Kinseys Bezeichnung für seine Probanden.

[40]http://www.indiana.edu/~kinsey/library/jmoney.html (15.09.2015).

[41]Judith Butler, Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt/M. 2009; siehe Rezeption von Claire Horst in http://www.aviva-berlin.de/aviva/content_Buecher.php?id=1425152 (12.09.2015).

[42]http://www.unipotsdam.de/fileadmin/projects/gleichstellung/assets/OEffentlichkeitsarbeit/Publikationen/Leitfaden_2013.pdf (14.09.2015)

[43] Die Uni Leipzig verwendet in ihrer Verfassung nur die weibliche Form, erlaubt aber, dass „Männer … die Amts- und Funktionsbezeichnungen … in grammatisch maskuliner Form führen (können)“. Universität Leipzig, Grundordnung der Universität Leipzig, 2013.

[44]http://www.lannhornscheidt.com/professorx/ (14.09.2015)

[45] In auffallendem Widerspruch hierzu steht die Intoleranz der LSBT-Community, wenn sich Ex-Homosexuelle für einen heterosexuellen Lebensstil entscheiden; siehe beispielsweise http://ex-gaytruth.com/ex-gay-news/michael-glatze%E2%80%99s-message-to-the-gay-activists-who-criticize-his-sexual-orientation-change/ (9.11.2015).

[46] Vielen Befürwortern und Aktivisten von Gender in Politik, Wirtschaft und Lobbygruppen ist leider nicht bewusst, für welchen Metaplan sie instrumentalisiert werden.

[47] Simone de Beauvoir gebrauchte eine solche Formulierung 1976 im Gespräch mit Alice Schwarzer, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41279965.html (15.09.2015).

[48]Standards für Sexualaufklärung, S. 21

[49] Vgl. hierzu http://de.wikipedia.org/wiki/Sexuelle_Selbstbestimmung (14.02.2014).

[50] Siehe auch das öffentlich geförderte Projekt „Sexuelle Selbstbestimmung“ in Gießen 2011, http://samstagisteingutertag.wordpress.com/2011/06/10/liebe-wie-du-willst-giesen-marburg-starten-aktion-fur-sexuelle-selbstbestimmung/ (20.12.2014) sowie die geplante Gegenkundgebung in Berlin am 20.09.2014 am Vortag des jährlich stattfindenden „Marsch für das Leben“ von Abtreibungsgegnern; http://www.sexuelle-selbstbestimmung.de/ (14.02.2014).

[51] Simone de Beauvoir im Dialog mit Betty Friedan, Saturday Review, 14. Juni 1975, S. 18; http://www.unz.org/Pub/SaturdayRev-1975jun14?View=PDF (24.11.2014). Vgl. auch das Interview mit Alice Schwarzer, Der Spiegel 15/1976, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41279965.html (19.02.2014).

[52] Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, in der Westdeutschen Zeitung v. 11.07.2007, http://www.wz-newsline.de/home/politik/frau-sehrbrock-warum-lassen-sie-den-eltern-nicht-die-wahl-1.468519 (15.02.2014).

[53]Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung von 2011, S. 4, www.gruene-bw.de/fileadmin/gruenebw/dateien/Koalitionsvertrag-web.pdf (14.02.2014).

[54] Die 10-fach höher subventionierte Fremdbetreuung (Krippenplatz) eines Kindes gegenüber der Erziehung in der Familie spricht Bände. Weshalb der Staat seine tragende Säule derart diskriminiert ist nur mit ideologischer Verblendung, kurzsichtigen Wirtschaftsinteressen und einem absichtlichen Umbau der Gesellschaft zu erklären.

[55]Arbeitspapier, S. 26

[56] Ebda.

[57] Friedrich Engels, Unveröffentlichtes Manuskript 1846

[58] Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht, Paris 1949

[59] Die Grundlagen dazu legte Judith Butler mit ihrem Buch Das Unbehagen der Geschlechter, New York 1990.

[60] United Nations, Report of the Fourth World Conference on Women Beijing, 4-15 September 1995, New York 1996, S. 3 , 11, 19, 27 etc. Die starken Vorbehalte zahlreicher Staaten mit wertkonservativer Sicht wie Argentinien, Dominikanische Republik, Ägypten, Vatikan, Honduras, Iran, Malaysia, Malta, Nicaragua, Paraguay, Peru etc. lassen erkennen, dass viele Begriffe und Inhalte irritierend und nicht unumstritten waren wie z.B. „Ehe/Familie“, „Abtreibung“, „Gender“, „Homosexualität“, „Sexuelle Orientierung“; S. 154ff. In der auf Deutsch veröffentlichten Fassung fehlt dieser entscheidende Anhang leider.

[61] Council of Europe, Gender mainstreaming: Conceptual framework, methodo­logy and presentation of good practices, Straßburg 2004, S. 47.

[62] Entgegen vieler Behauptungen taucht der Begriff „Gender Mainstreaming“ im Amsterdamer Vertrag von 1997/1999 nicht auf. http://www.europarl.europa.eu/topics/treaty/pdf/amst-de.pdf oder http://europa.eu/eu-law/decision-making/treaties/pdf/treaty_of_amsterdam/treaty_of_amsterdam_de.pdf (15.09.2015).

[63]Koalitionsvertrag, S. 44

[64]http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/-eb2b29252e.html (14.09.2015).

[65] Vgl. hierzu die Dokumentation „Gehirnwäsche“ des norwegischen Komikers Harald Eia, die 2010 zu einer breiten Diskussion in Norwegen und zur Streichung öffentlicher Gelder für die Genderforschung geführt hat. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/harald-eia-gegen-den-gender-mainstream-das-wurde-haesslicher-als-ich-gedacht-habe-11899907.html?printPagedArticle=true und http://www.youtube.com/watch?v=3OfoZR8aZt4 (24.02.2014).

[66] „Gender-Mainstreaming“ und „sexuelle Vielfalt“ basieren auf einem atheistisch-materialistischen Menschenbild und sind deshalb verfassungswidrig. Sowohl das Grundgesetz wie auch die baden-württembergischen Landesverfassung gibt sich das Volk „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott“ (Präambel bzw. Vorspruch). Die Landesverfassung Baden-Württembergs basiert generell auf dem christlichen Menschenbild und erklärt: „Der Mensch ist berufen, … seine Gaben … in der Erfüllung des christlichen Sittengesetzes zu seinem und der anderen Wohl zu entfalten. Der Staat hat die Aufgabe, den Menschen hierbei zu dienen.“ Verfassung des Landes Baden-Württemberg von 1953 (Stand 7. Februar 2011), Art. 1 (1) und (2); Hervorhebungen vom Autor.

[67] Vgl. als Beispiel hierzu die Aussagen eines Missbrauchsopfers einer grünen Kommune, http://www.welt.de/politik/deutschland/article119964786/Die-Praxis-der-Gruenen-verschlaegt-mir-die-Sprache.html, sowie das Eingeständnis des Spitzenkandidaten der Grünen Jürgen Trittin im September 2013, http://www.welt.de/politik/deutschland/article120069565/Paedophilie-Programm-Ruf-nach-Trittin-Rueckzug.html (22.02.2014).

[68] Der grüne EU-Politiker Daniel Cohn-Bendit im Hinblick auf eigene pädophile Äußerungen der Vergangenheit: „Die Anträge zur Altersfreigabe beim Sex mit Erwachsenen … war bei den Grünen Mainstream.“ Der Spiegel 20/2013, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-94865575.html (20.12.2014); siehe auch: http://www.welt.de/politik/deutschland/article116191482/Zeitgeist-foerderte-bei-Gruenen-gefaehrliche-Tendenzen.html (20.02.2014).

[69] Stefan Fulst-Blei, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zitiert in http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/baden-wuerttemberg-buerger-gegen-homosexualitaet-als-unterrichtsthema-12743717.html (9.01.2014).

[70] Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zitiert in http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/kretschmann-fuer-sexuelle-vielfalt-werde-mit-den-kirchen-reden-a-943562.html (18.02.2014) – auch eine Art „Basta-Politik“!

[71] Mit der neuartigen Bezeichnung „Homophobie“ wird einerseits psychische Abnormität suggeriert, andererseits ein möglicher Gesetzesbruch angedeutet, siehe Abschnitt „Totalitarismus in neuem Gewand“ (S. 21).

[72]Koalitionsvertrag, S. 2

[73] In Anlehnung an den prophetischen Zukunftsroman von Aldous Huxley, Schöne neue Welt von 1932.

[74] Entschließung des Europäischen Parlaments vom 12. Dezember 2012 zur Lage der Grundrechte in der Europäischen Union, Punkt 53, http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P7-TA-2012-0500+0+DOC+XML+V0//DE&language=DE (19.02.2014).

[75] Gemeinsamer Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments vom 11. März 2013 zur verstärkten Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Hassverbrechen, Punkt 5, http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+P7-RC-2013-0121+0+DOC+XML+V0//DE (19.02.2014).

[76] In ähnlicher Weise fordern Lobbyisten in den „Yogyakarta-Prinzipien von 2006, dass das Recht auf „Ausdruck … unterschiedlicher Meinungen, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen“ nur „im Einklang mit den Menschenrechten“ zugelassen werden soll. Je nach Auslegung der sogenannten „universalen Menschenrechte“ könnten dann Einzelpersonen und Glaubensgemeinschaften in ihrer Meinungs- und Glaubensfreiheit willkürlich eingeschränkt werden. Hirschfeld-Eddy-Stiftung (Hrsg.), Die Yogyakarta-Prinzipien, Berlin 2008, S. 32 + S. 9; http://www.hirschfeld-eddy-stiftung.de/fileadmin/images/schriftenreihe/yogyakarta-principles_de.pdf.

[77] Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg“, Stuttgart 2015, S. 10. Der „Aktionsplan“ ist eine beispiellose Image- und Unterstützungskampagne des Staates für die LSBTTIQ-Lobby, von der andere Minderheiten nur träumen können. Der interne Maßnahmenkatalog vom April 2015 ist wesentlich umfangreicher als die veröffentlichte Version und fordert unter anderem: „Zuschüsse für Hochschulen kürzen / streichen, die ein veraltetes Menschenbild lehren“.

[78] Siehe hierzu die so brisante wie unwiderlegte Untersuchung des britischen Forschers Joseph D. Unwin an 6 Hochkulturen und 80 unzivilisierten Völkern in: Sex and Culture, Oxford University Press, London 1934.

[79] Auch in den Leitmedien erscheinen inzwischen vermehrt erhellende Artikel, wie zum Beispiel https://www.dropbox.com/s/83ljozujp4p2zav/weber-2014-was-sie-noch-nie-ueber-sex-wissen-wollten.pdf?dl=0 oder http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/experten-warnen-vor-zu-frueher-aufklaerung-von-kindern-13203307-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3 (24.10.2014).

[80] Die Kindererziehung ist nach Art. 6 (2) des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland von 1949 (Stand 23.12.2014) nicht nur ein Grundrecht der Eltern, sondern auch die „zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“. In Art. 12 (2) der Verfassung des Landes Baden-Württemberg stehen die Eltern als „Verantwortliche Träger der Erziehung“ an erster Stelle.

[81] Art. 12 (1) der Verfassung des Landes Baden-Württemberg

[82] Art. 15 (3) der Verfassung des Landes Baden-Württemberg

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 4. Dezember 2015 um 13:21 und abgelegt unter Demographie, Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik, Sexualethik.

One thought on “Trojanisches Pferd Gender Reassignment

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